Archiv für 15. Juli 2011

Italien 2011: Großglockner-Hochalpenstraße

Nachdem wir uns Caorle Etappenweise genähert haben, musste die Rückfahrt an einem Tag vollzogen werden. Da unsere Reise in Bad Zwesten begonnen wurde und ich noch nach Berlin musste ergab sich die stolze Summe von 1400 km. Um die Rückfahrt um eine Attraktion zu bereichern wählten wir als Alpenüberquerung die Großglockner-Hochalpenstraße.

Die Hochalpenstraße ist keine normale Straße sondern kompletter Irrsinn. In den 1930erjahren, als der Wunsch nach Mobilität und eine hohe Arbeitslosigkeit viele interessante Straßenbauprojekte hervorgebraucht haben, wurde diese Straße gebaut. Stichstraßen, die nicht nur die Berge überqueren sondern auch auf Berggipfeln enden, zeigen, dass es als touristische Attraktion angelegt wurde.

Nun war unser Reiseauto nicht mehr der Jüngste und im Freundesdunstkreis als das am wenigsten gewartete verschrien. Trotzdem – und das finden alle erstaunlich hat der kleine Fabia bereits 280.000 km auf dem Buckel. Dieses Mal wollte er sich aber Rächen für die Strapazen der letzten Jahre.

 

Und so zeigte uns der Fabia schon vor dem Beginn der Hochalpenstraße, vor der Mautstation, dass er eigentlich keine Lust mehr auf rund 50.000 km im Jahr hat und lieber irgendwo in Afrika sein Lebensabend verbringen will (wo er wahrscheinlich liebevoller gewartet wird). Um auf sich aufmerksam zu machen, ließ der Fabia einfach sein Kühlwasser auf den heißen Motorblock tropfen, was zu einer ordentlichen Dampfwolke aus dem Motorraum führte. (Nicht im Bild: Dampfwolke)

Stephan ließ nur die Option eines einmaligen Vorgangs zu und füllte den Kühlwassertank wieder auf. Während der Fahrt war aufgrund des kalten Fahrtwindes auch alles in Ordnung, nur als wir am Nationalparkplatz ankamen und der Verkehr sich staute gab es wieder die altbekannte Wolke. Diesmal entschieden wir uns ob der Steigungen die noch kommen sollten einen Fachmann mit dieser Leckage zu beauftragen. Ein Telefonat mit der Autoversicherung, die aufgrund eines Extrapolice damit beauftragt war, vermittelte uns einen Mechaniker und die Botschaft, dass es nicht teuer werden sollte.

 

Wir mussten nun also ca. 3 Stunden auf den Mechaniker warten. Es gibt zwar schlimmere Orte als bei dieser Aussicht, allerdings war es aufgrund der bevorstehenden Strecke, der sich jetzt immer weiter hinziehenden Vorfreude auf die Liebste zuhause und der Tatsache, dass man den Mechaniker schon 2 Kilometer vorher sehen konnte doch sehr nervig.

 

Der Mechaniker brachte nicht nur das Auto in Ordnung, sondern wir lernten auch ca. 200 Schimpfwörter im Österreichischeren Dialekt (Wovon ich aber wieder alle vergessen habe).

Ich bitte die B-Säule des Fabias rechts im Bild zu entschuldigen

Nachdem die Stelle provisorisch zusammengeflickt wurde, durften wir weiter durch traumhafte Landschaften, die man sonst nur beim Wandern zu Gesicht bekommt fahren und schafften auch die höchste Stelle der Tour, die Edelweißspitze (2557 m.ü.A.)

 

Aus der geplanten Ankunftszeit von 22 Uhr in Berlin wurde 4 Uhr Morgens. Aber wir waren um ein Erlebnis reicher. Das Provisorium, dass laut dem Mechaniker schnellstmöglich ersetzt werden sollte ist auch heute noch ca. 50 Tage nach der Panne nicht ersetzt worden. Aber der kleine Fährt noch immer.

15. Juli 2011 at 08:59 Hinterlasse einen Kommentar


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