Artikel getaggt mit ‘Bremen’

Bremerhaven – Auswandererhaus

Eine weitere Attraktion der Havenwelten ist das Auswandererhaus. Und gerade der Vergleich Klimahaus zu Auswandererhaus zeigt, dass hier eher auf Klasse statt Masse gesetzt wurde.

Am Eingang fühlt man sich in der hölzernen, edlen Thematisieren Welt gleich viel wohler als in der kalten, technischen Klimahauswelt. An der Kasse erhält man nach zahlen des Eintrittspreises (10,80 €) ein Boardingpass, der Clou dabei: Jeder Besucher unserer Gruppe hat eine andere Identität bekommen. Diesen Charakter begleitet man nun während der gesamten Ausstellung. Eines haben alle Charaktere gemeinsam: Es waren Auswanderer, einer im 19. Jahrhundert, der andere ein Flüchtling vor den Nazis. Auch die Ziele und die Klassen waren unterschiedlich. So hat man immer Gesprächsstoff zwischen den Räumen.

An den verschiedenen Stationen findet man sich in sehr gut nachgestellten Welten wieder, wie z.B. auf dem Schiff selber, im Empfangsraum von Ellis Island (Einwanderungsstation vor New York) oder am Hafen. Hier bekommt man über eine Ohrmuschel Allgemeine Informationen oder Informationen zu seinem Charakter (lt. Boardingpass). Die Szenarien sind dabei durchgehend sehr detailiert und eindrucksvoll nachgebildet.

Ein kurzer Film in einem schönen Kino sowie die Möglichkeit nach Nachfahren in den USA zu suchen runden das Angebot ab.

Hier wird gezeigt, wie man ein modernes Museum baut: Interaktive Dinge nur da, wo man sie braucht, eine schöne Atmosphäre, passende Gestaltung der Räume und durchgehend qualitative Beiträge.

Einzig der Wiederbesuchswert ist nicht so hoch, klar, aber defür geht man mit dem (positiven) Gefühl herraus, alles gesehen zu haben.

20. Januar 2010 at 20:16 Hinterlasse einen Kommentar

Bremerhaven – Klimahaus 8° Ost

Bremerhaven ist eine geschichtsträchtige, aber keine schöne Stadt. Dass weiss auch Bremerhaven selbst und versucht über Attraktionen in den Havenwelten trotzdem Touristen anzulocken. Interessanter- und lobenswerterweise sogar sehr erfolgreich.

Nun soll ein neuer großer Wurf noch mehr Informationshungrige anlocken und das Angebot erweiteren. Das Klimahaus 8° Ost. Im gleichen Gebäude befindet sich auch das Mediterraneo, ein Einkaufszentrum. Eigentlich ein Scherz, dass nur 7 Jahre nach dem Megaflop Space-Center Bremen (Indoorfreizeitpark mit Einkaufszentrum) genau das gleiche Konzept wieder ausprobiert wird. Vom selben Bauträger, dem Land Bremen und dank des Länderfinanzausgleichs damit von allen Bürgern der Bundesrepublik.

Bremerhaven hatte das Glück, dass die Verantwortlichen für das Space-Center in der Realisationsphase des Klimahauses am Projekt Nürburgring 2009 (Indoorfreizeitpark mit Einkaufszentrum auf Kosten des Landes, diesmal Rheinland-Pfalz) beteiligt waren und somit hatte es zumindest die Chance nicht sofort zu floppen. Zum Ring°Werk muss ich hoffentlich nicht viele Worte verlieren

Und so ist das Klimahaus momentan sehr erfolgreich, 1/3 mehr Besucher als geplant in 2009, soviel zur Faktenlage.

Aus irgendeinem Grund ist das Bremerhaven wohl auch nicht ganz geheuer und versucht mit aller Härte das Klimahaus doch noch zu einem Desaster werden zu lassen – und wie macht man das am schnellsten und wirkungsvollsten? Durch schlechte Mundpropaganda, diese erwirkt man am ehesten, indem man die Besucher verägert, dafür gibt es einen Trick:

Dieses Schild hängt an auffällig vielen Exponaten. Zumeist, was natürlich auch logisch erscheint, an den Aufwändigeren. Aber hier liegt genau der Hund begraben: Die gerade interessante, weil aufwendig und seltenen Ausstellungsstücke sind ausser Betrieb. Es läuft meist nur das, was man auch in den 2(!) anderen Science-Center im Land Bremen wiederfindet. Und dafür wird der volle Eintrittspreis verlangt: 12,50 €. Keine Entschuldigung, kein Preisnachlass, kein Gastronomiegutschein.

In der Nordseezeitung steht dazu folgendes:
Um Verständnis wirbt der Betreiber dafür, dass in einer so komplexen Ausstellung auch mal etwas kaputt sein könne. „Wir haben mehr als 100 interaktive Exponate rund um den 8. Längengrad“, sagt Lamotte: „Alles Prototypen, die eigens für uns entworfen worden sind.“ Wenn dort einzelne Geräte ausfielen, seien den Haustechnikern in der Regel die Hände gebunden: „Wegen der Gewährleistung.“ Wenn die Hersteller nicht sofort eigene Techniker schicken könnten, müssten es die Betreiber in Kauf nehmen, dass einzelne Geräte mehrere Tage lang nicht zur Verfügung stünden.

Es ist mir aber gelinde gesagt egal, wo diese Probleme liegen, ich bin Besucher (oder besser: Kunde) des Klimahauses, was Servicepartner oder Lieferanten verhunzen hat mich nicht zu interessieren. Wurden hier etwa schlechte Serviceverträge vereinbart? War etwa der günstigste Hersteller nicht der Beste?

Ich habe durchaus immer verständnis, wenn mal etwas nicht rundläuft. Habe schon Freizeitparks besucht, bei denen die Hauptattraktion den ganzen Tag über ausser Betrieb war, sowas ist immer Schade, aber es kommt vor und ich kann Verständnis aufabauen, aber das Klimahaus hat mich in dieser Hinsicht sehr enttäuscht.

19. Januar 2010 at 23:20 Hinterlasse einen Kommentar


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