Artikel getaggt mit ‘Geocaching’

Bollmann-Krankenhaus Nienburg

Achtung:
Dieser Beitrag enthält sogennante Spoiler, nimmt also vieles vorweg, was der geneigte Geocacher selber entdecken würde, nur lesen, wenn ihr nicht hinwollt, bzw. der Cache schon weg ist.
Ich selber war nicht im Krankenhaus, war ja verboten, ich schreibe die Erfahrungen einer anderen Person auf, die mir freundlicherweise auch die Bilder übergeben hat. Aus Gründen der lesbarkeit schreibe wird dieser Beitrag trotzdem in der ICH-Perspektive veröffentlicht, ich hoffe das verwirrt nicht zu sehr. Ich rate ausdrücklich auch Jeden davon ab, diesen Ort zu besuchen.

Wir reisen vier Jahre zurück, in das Jahr 2006, genauer gesagt November 2006. Es ist 9:54 und im Krankenhaus Nienburg, mitten in der Innenstadt gelegen, geht für immer das Licht aus. Zeitsprung. August 2010. Das Krankenhaus steht noch immer, über die Jahre haben viele Menschen illegal das Krankenhaus besucht. Es gibt einige Schlupflöcher wie offene Fenster ect. die hierfür genutzt wurden. Ein Geocacher nutzt die Möglichkeit um einen wirklich einfallsreiches Erlebnis für den geneigten Geocacher zu gestalten. Er veröffentlicht Diesen mit einer Beschreibung, wie man in das Krankenhaus gelangt und binnen kurzer Zeit ist das Krankenhaus bevölkert von Geocachern.

Ein Freund von mir hat das Erlebnis schon mitgemacht und erklärt sich bereit, mit mir und einigen Freunden das Krankenhaus noch einmal unsicher zu machen. Ansonsten wollte ich mich überraschen lassen und somit habe ich mir vorher keine Details erzählen lassen.

Während des gesamten Besuches bin ich fast sprachlos. Was für ein krasser Ort. Der Multicache ist sehr, sehr gut gemacht, führt einen in viele interessante Räume, so ist ein Hinweis z.B. in der Kühlkammer der ehemaligen Leichenhalle versteckt, man gelangt in verschiedene Fachbereiche, Versorgungsräume, Großküchen ect. Einfach genial. Und das gruselige und faszinierende: Es sieht alles so aus, ob das Krankenhaus gerade gestern evakuiert wurde: Überall finden sich handgeschriebene Notizen, Medikamente, gebrauchte Spritzen, Bedienungsanleitungen, halb volle Medikamentendosen stehen an ihrem Flecken, aber auch triviale Dinge aus dem Arbeitsalltag wie ein Adventskranz mit halb abgebrannten Kerzen oder ein Marmaladenglas im Frühstücksraum machen die Atmosphäre komplett.

Ich fühle mich wie in einem durchdesignten Gruseladventure Videospiel. Den Pott komplett machen drei kleine, gemeine Dinge (Achtung, hier kommen die richtigen Spoiler):
- Wir befinden uns in einem Versorgungsraum, per Markierungen, die nur im UV-Licht gesehen werden, wird uns der Weg in einen engen, durch Versorgungsleitungen und Appuraturen vollgestellten Raum geleitet, dichte Kelleratmosphäre kommt auf. Wir öffnen die Tür zu einem nächsten Raum, in dem Moment ertöhnt, schallendes Gelächter. In der Gesamtatmosphäre einfach nur erschrenkend. Aber eigentlich nur ein Toilettengeist (dieser war ohne Text)
- Wiederum müssen wir zu einer Klappe, die etwas auf Kopfhöhe ist, diese öffnen wir und, gemeiner Trick, sehen unser Spiegelbild und erschrecken davor.
- Wir befinden uns im begehbaren Lüftungstrackt, nur die Taschenlampe bietet ein wenig Licht, folgen ein ca. 60 cm breiten Gang, müssen um zwei Kurven und werden von dieser Vogelscheuche begrüßt:

Das Ziel liegt passenderweise auf dem Dach, in diesem findet man folgenden Zeitungsartikel, der einen nur wütend machen kann, aufgrund so dummdreister Lügen:

(Kurzzusammenfassung: Das Bollmannkrankenhaus (…) sei sicher vor Eindringlingen (…) Demnach seien zwar noch alte Möbel und leere Kartons im Haus zu finden, aber keine Medikamente, wie einige Bürger befürchteten. Datum: 30.10.2010.)

Achso:

Abschließend noch ein paar Bilder, ich hoffe ich habe die Stimmung einigermaßen getroffen und seht die Menge der Bilder als Indikator, wie sehr mich dieser Besuch fasziniert hat :) .

Anmerkung: Kontrast für Lesbarkeit erhöht und Namen entfernt:

Link zum Geocache (externer Link)

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Neue Informationen, zusammenefasst am 07.12.2010

Inzwischen wurde der Geocache archiviert und ist somit nicht mehr aktiv.
Nach mehreren Zeitungsberichten der Lokalpresse, in der auch mein Blog ohne Angabe von Quellen Zitiert wird, gab es angeblich verstärkt Kontrollen der Polizei. Das Krankenhaus soll im Januar abgerissen werden.

Einen Zeitungsbericht konnte ich finden und verlinken, die anderen Artikel leider nicht. Zeitungen und das Internet – immer wieder ein interessantes Thema:
Externer Link zu Kreiszeitung.de

21. November 2010 at 22:42 Hinterlasse einen Kommentar

Geocache “Das Unten”

Geocaching, dass ist ja kurz formuliert, die Suche anhand von GPS-Koordinaten nach einem kleinen Behältnis, meist einer Filmdose oder Ähnliches, irgendwo versteckt. Besser und ausführlicher wird es hier erklärt. (externer Link)

Das besondere am Cache “Das Unten” (externer Link) ist, dass man in die “Cachedose”, also das Cachebehältnis, steigen kann. Es handelt sich hierbei um einen im Wald versteckten Raum.

Da die folgenden Fotos Geocachern den Spaß beim Suchen verderben können, bitte nur auf “Weiterlesen” klicken, wenn man diesen Cache nicht suchen will..

(weiterlesen…)

23. Mai 2010 at 09:22 Hinterlasse einen Kommentar

Krummhörner Tristesse

Wenn ein Städter nach Ostfriesland kommt, findet er das alles total ländlich, kaffig und sagt “Landleben ist ja ganz schön, aber hier, nee, dass ist zu wenig hier.”
Wenn ein Ostfriese in die Krummhörn kommt, findet er das alles total ländlich, kaffig und sagt “Landleben ist ja ganz schön, aber hier, nee, dass ist zu wenig hier.”

Quelle: Wikipedia.org

Wikipedia drückt es etwas politischer aus:
Die 19 Dörfer umfassende Gemeinde hat knapp 13.000 Einwohner, die sich auf rund 159 Quadratkilometer verteilen. Die Einwohnerdichte von ungefähr 80 pro Quadratkilometer ist selbst im innerostfriesischen Vergleich sehr niedrig. Ostfriesland allerdings ist mit rund 148 Einwohnern pro Quadratkilometer bereits dünner besiedelt als Niedersachsen (etwa 168) und die Bundesrepublik Deutschland (zirka 230).

Und das sieht man diesem Landstrich an. Zum wohnen echt blöd, aber zum Geocachen toll, besonders wenn ein guter Freund dabei ist, der sich von der Tristesse auch einfangen lässt. Schwer in Worte zu fassen, außer in Lästernde.

So ein Gebiet eignet sich natürlich sehr gut für eine kleine Geocachingtour, ich hoffe ich konnte die Tristesse der Region einigermaßen in Bilder ausdrücken.

Starten wir in Eilsum, hier ein Foto aus dem Stadtzentrum, die Straße heißt tatsächlich “Am Rathausplatz”. Ein Rathaus habe ich aber nicht gefunden, wohl eine leerstehende Kneipe und eine Freiwiliige Feuerwehr mit einem Garagenplatz. Wenn man die Kirche besichtigen will muss man nach einem Schlüssel im Dorfsupermarkt fragen.

Weiter ging es zu einem tollen Cache, eine zerfallene Ziegelei, aufgrund der windigen Wetters hatte ich schon ein unsicheres Gefühl. Der Ort war aber beeindruckend.

Weiter gehts in das wunderschöne Upleward. Hier befindet sich ein Trockenstrand, der natürlich momentan nicht geöffnet hat. Der große Unterschied zu einem normalen Strand ist das sich dieser auf der Meerabgewanten Seite des Deiches befindet. Mich hat’s jetzt mal garnicht überzeugt.

Auch die Größe ist… hmmm… naja:

Nach einem Blick übern Deich bemerkt man aber, dass dieser als Sichtschutz dient. Denn statt auf das Meer oder auf die schönen Ostfriesischen Inseln schaut man auf die nicht weit entfernten Niederländischen Industriegebiete.

Soviel zur Krummhörn, schön, wenn man wieder in der Metropolregion Brookmeerland ist und diesen Beitrag hochnäsig verfassen darf.

16. März 2010 at 00:21 Hinterlasse einen Kommentar


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